Eines ist klar: für Warmduscher ist Eisbaden nichts! Doch wer den Schweinehund besiegt, tut bekanntermaßen nachhaltig Gutes für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Denn bereits seit dem Altertum sind die positiven Auswirkungen von kalten Bädern bekannt. Der berühmte alt-griechische Arzt Hippokrates hat die Anwendung der Kälte zur Therapie von vielseitigen Leiden als erster beschrieben. Und auch von Johann Wolfgang von Goethe weiß man, dass er im Winter regelmäßig ein Loch in die Eisdecke des Flusses Ilm hackte, um in ihm zu baden.
Doch was steckt hinter dem Baden in kaltem Wasser aus wissenschaftlicher Sicht? Und wie wird Kälte in der Medizin verwendet? Kälte wird häufig zur Therapierung von Gelenkserkrankungen wie beispielsweise von rheumatoider Arthitis, bei Multipler Sklerose, und zur Behandlung von chronischen Schmerzzuständen eingesetzt. Bekanntermaßen wird das Immunsystem nachhaltig gestärkt und entzündungshemmende und beruhigende Hormone während des Badens freigesetzt. Dies wirkt sich positiv auf die Widerstandsfähigkeit aus und reduziert Entzündungen im Körper. Weitere häufige Anwendungen sind die Leistungssteigerung und Verkürzung von Rehabilitationszeiten bei Sportlern. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße in oberflächennahen Muskelpartien zunächst zusammen und anschließend dehnen sie sich wieder aus. Dadurch wird der Abtransport von Abfallprodukten aus den Muskeln begünstigt und Entzündungen vorgebeugt.
Die Gewissheit, dass man einfach mal so in 2 ˚C kaltes Wasser steigen kann und es darin auch tatsächlich ohne großes Training mehrere Minuten aushält, stellt übliche Dogmen auf angenehme Weise in Frage. Der menschliche Geist und Körper sind zu viel mehr fähig, als wir denken. Es ist erstaunlich leicht, sich eine gewisse Robustheit und Gleichgültigkeit gegenüber äußeren Herausforderungen anzueignen. Lässt sich diese Robustheit gegenüber Herausforderungen auch auf das tägliche Leben übertragen? Das muss ich noch herausfinden. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Uli
